Als junge Kunden gelten Käuferinnen und Käufer im Alter von unter 30 Jahren. Diese Käufergruppe bevorzugt auch beim Autoerwerb den Online-Vertrieb und stört sich an zähen Preisverhandlungen mit Händlern.

Junge Käufer sind an Online-Kauf gewöhnt

Viele junge Kunden haben die Nase voll vom herkömmlichen Autohandel. Fast 25 % der Jungkunden geben an, dass sie ihr Auto lieber online kaufen würden. Die Verhandlungen um Preise mit einem Autohändler und die Finanzierungsmöglichkeiten erscheinen 14 % der jungen Kunden als zu kompliziert. Erstellt wurde die Umfrage vom Beratungsunternehmen Accenture, das über 600 Endverbraucher in Deutschland, England und Frankreich befragte. Zudem hatten rund 10 % der Befragten angegeben, dass ihnen die Lieferung zu lange dauere. Bedauert wurden auch die mangelnden Möglichkeiten, sich das Wunschauto mit verschiedenen Konfigurationen selbst zusammenstellen zu können. Zusammengefasst könnte man meinen: Die jungen Kunden würden gerne mit einem Klick ihr Traumauto kaufen und es sofort geliefert bekommen.

Bei der Umfrage wurden drei Gruppen unterschieden: junge Käufer unter 30 Jahren, sogenannte „Changers“, Käufer zwischen 30 und 50 („Boomer“) sowie solche im Alter von mehr als 50 Jahren, die sogenannten „Traditionalists“. In der ersten Gruppe war jeder fünfte mit seinem letzten Kauf unzufrieden, bei der mittleren Gruppe war es nur einer von zwölf. Die älteste Gruppe war am zufriedensten: Es beklagte sich nur einer von 22. Der Grund für den gestiegenen Anspruch der jüngeren Käufer könnte im schnellen Online-Vertrieb liegen, den junge Leute inzwischen gewöhnt sind.

Käufergruppen gehen unterschiedlich vor

Die einzelnen Käufergruppen gehen auch bei der Suche nach einem Autohändler unterschiedlich vor. Mehr als die Hälfte (53 %) der jungen Käufer bevorzugen Onlineportale. Bei der mittleren Gruppe sind es immerhin noch 44 Prozent. Die Gruppe 50+ nutzt das Internet nur noch zu 30 % bei der Autosuche. Sie bevorzugt den Besuch des Autohauses vor Ort, während dies bei der jungen und mittleren Kundschaft nur noch zu 23 und 20 Prozent der Fall ist. Preisvergleiche nehmen 58 Prozent der unter 30-Jährigen im Internet vor, bei der Generation 50+ tun das nur noch 26 Prozent.

Geht es nach dieser Umfrage, ist der stationäre Autohandel bedroht. Immerhin 47 Prozent der jungen Käufer möchte den nächsten Autokauf gerne online tätigen. Bei der mittleren Gruppe sind es 36 Prozent. Nur die älteren Käufer wollen sich zu 90 % auf den stationären Handel verlassen.

Insgesamt wünschen 43 Prozent der Befragten den Direktvertrieb beim Hersteller, 35 Prozent möchten bei einem unabhängigen Händler kaufen. Der Online-Direktvertrieb, ob über Hersteller oder Händler, ist bisher noch die Ausnahme. In den kommenden Jahren ist hier jedoch eine Änderung zu erwarten.