Auf dem Automarkt herrscht derzeit viel Bewegung. Das betrifft nicht nur neue Fahrzeugmodelle oder die modernen Möglichkeiten bei der Online-Vermarktung und dem Online-Vertrieb, die immer mehr Autohändler nutzen. Auch bei der Art der Finanzierung sind die Wahlmöglichkeiten gestiegen. Ein neues Mobilitätskonzept, das sich etwa seit 2016 weltweit verbreitet, ist das Auto-Abonnement.

Warum Auto-Abo?

Abonnements gibt es viele, für Zeitungen, moderne Streaming-Dienste oder das Fitness-Studio. Warum also soll es nicht auch ein Auto-Abonnement geben? Das gibt es längst, die Kunden müssen es nur richtig kennenlernen. Gelingen dürfte das über die gezielte Online-Vermarktung der Anbieter. Das Modell – bislang noch recht wenig bekannt – könnte ein großer Erfolg werden, wie das Fachportal SpringerProfessional vermutet. Das Prinzip ist einfach: Kunden zahlen eine Monatsgebühr und können dafür aus einem vorab definierten Fahrzeugpool ein Auto wählen und in einer ebenfalls vorab definierten Häufigkeit wechseln. Der Fahrer hat keine Nebenkosten etwa für Inspektionen, Wartungen oder Versicherung. Nur tanken muss er selbst. Die Buchung erfolgt oft per App, überhaupt ist das ganze Modell vollends auf den Online-Vertrieb und die Generation Netflix ausgerichtet. Die Kosten sind nicht klein, aber planbar, die Flexibilität ist enorm hoch. Der Trend zu diesem neuen Mobilitätskonzept liegt offenbar schon länger in der Luft. Nicht nur wegen der massiven Online-Vermarktung, sondern auch wegen des praktischen Handlings sind offenbar viele Menschen an diesem Modell interessiert. Die Strategieberatung Oliver Wyman befragte hierzu einige Hundert deutsche und US-amerikanische Autofahrer. Rund ein Viertel der Deutschen und noch etwas mehr Amerikaner finden das Modell gut. In den USA ist es schon etwas bekannter, dort haben die Anbieter den Online-Vertrieb von Auto-Abos massiv forciert.

Woher bekommt der Fahrer sein Auto?

Er holt es bei einem Autohändler in seiner Nähe ab, auch feste Parks von Abo-Fahrzeugen (Parkhäuser und Stellplätze) gibt es. Die Anbieter bevorzugen allerdings die Kooperation mit Autohändlern mit angeschlossener Werkstatt, weil diese kleine Reparaturen umgehend selbst durchführen können. Die Bequemlichkeit bei der Abholung und Abgabe des Wagens ist bei einem Auto-Abo relativ wichtig. Es ist ein Mobilitätskonzept für die kurze bis mittelfristige Nutzung – etwas länger als die Miete oder das Carsharing (auch etwas günstiger), aber eindeutig kürzer als das Leasing, das wiederum unter den alternativen Konzepten das günstigste ist. Sparfüchse werden daher eher leasen, doch wer durchaus häufiger mal die Marke und das Modell wechseln möchte, dürfte viel Gefallen am Auto-Abo finden. Eine ähnliche Zielgruppe sprechen die Miete und das Carsharing an. Auto-Abos sind sehr flexibel konstruiert. Die Kunden können beispielsweise einen Wagen für das Sommerhalbjahr (zum Beispiel ein Cabrio) und einen für den Winter abonnieren (zum Beispiel den offroad- und wettertauglichen Allrader). Sie können für bestimmte Tage oder Wochen einen Wagen nutzen und dabei die Kosten senken. Es gibt höchst individuelle Modelle, die jedem Nutzungsverhalten entgegenkommen. Damit repräsentieren sie in sich den Trend zu vielfältigeren Mobilitätskonzepten, als wir sie bislang kannten. Der Markt wächst aktuell, er ist noch überschaubar, doch das dürfte sich alsbald ändern. Vor allem innovative Start-ups finden die Idee gut. Sie werden in der Regel von sehr jungen Entrepreneuren betrieben, die sich fragen: Ein Auto kaufen – wozu? Daher ist das Auto-Abo sicher eine zukunftsfähige Idee.